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Winter-Wellness für die Haut



Was braucht die Haut im Winter? Vor allem Fett, hieß es lange. Doch die Erfahrungen der Hautärzte zeigen: Nicht immer ist eine Fettcreme im Winter sinnvoll.

Winter-Wellness © Thinkstock
Die richtigen Pflege-Tipps für die kalte Jahreszeit – wir haben nachgefragt: Ein Interview mit der Hautexpertin PD Dr. Natalie Garcia Bartels, stellvertretende Leiterin des Clinical Research Center for Hair and Skin Science an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité in Berlin.

Fettcreme im Winter – der Ratschlag scheint einleuchtend, denn was hält Kälte, Regen und Schnee besser ab als Fett ...

Dr. Natalie Garcia Bartels, HautärztinCharité, Berlin
PD Dr. Natalie Garcia
Bartels, Charité, Berlin
Eine sehr fettreiche Creme ist längst nicht für jeden Hauttyp geeignet. Schon der Mischhauttyp, der zu fettiger Haut in der T-Zone – also an der Nasenpartie, der Stirn und am Kinn – sowie auf dem Dekolleté und im oberen Rückenbereich neigt, braucht auch im Winter eher eine feuchtigkeitsspendende Creme. Eine zu fettige Creme verstopft die Talgdrüsen, was Akne fördern kann. Außerdem enthalten einige Fettcremes Bestandteile, die Mitesser hervorrufen können. Zu diesen Stoffen zählen etwa Lanolin und Sesamöl.

Wenn Fettcreme nicht zu empfehlen ist: Welche Tagespflege schlagen Sie für den Winter vor?

Oft ist es gar nicht notwendig, die Creme für das Gesicht im Winter auszutauschen. Vor allem, wenn man sich nicht ständig im Freien oder in stark beheizten Räumen aufhält. Es ist daher nicht sinnvoll, vorbeugend an kälteren Tagen zu einer fettigeren Creme zu greifen. Es ist nur dann ratsam, wenn die Haut tagsüber spannt oder sich Schüppchen bilden. Aber auch in diesem Fall reicht oft eine ausgewogene fettreichere Feuchtigkeitscreme aus. Eine reine Fettcreme oder Salbe ist in der Regel nicht notwendig.

Was ist beim Make-up zu beachten?

Ganz wichtig ist im Winter und bei trockener Heizungsluft ein Make-up, das nicht austrocknend wirkt. Von Puder würde ich abraten, da er der Haut Feuchtigkeit entzieht.

Was empfehlen Sie bei trockener Kopfhaut?

Am besten ist ein Shampoo für trockene Kopfhaut mit rückfettenden Eigenschaften oder mit Urea (Harnstoff), denn dieser bindet die Feuchtigkeit in der Haut. Den Föhn sollte man nur mit Zurückhaltung einsetzen, denn die heiße Luft trocknet die Kopfhaut aus.

Haben Sie weitere Tipps für die Hautpflege im Winter?

Wichtig ist, der Haut nicht unnötig viel Fett und Feuchtigkeit zu rauben. Wer etwa sein Gesicht zweimal täglich mit einem entfettenden Waschgel oder Seife reinigt, reduziert dies am besten auf einmal täglich oder verwendet nur Wasser.

Noch besser ist, das Gel durch eine Reinigungsmilch zu ersetzen. Auch ein Verzicht auf Gesichtstonika kann im Winter die Haut vor dem Austrocknen schützen. Für die Körperpflege gilt: nur kurz, nicht zu heiß und möglichst nur einmal täglich duschen. Nach dem Duschen bewahrt eine fettreiche Körperlotion, -creme oder ein Öl – aufgetragen auf die noch feuchte Haut – vor Trockenheit.

Wer sich viel in beheizten Räumen aufhält, kann den Feuchtigkeitsverlust ausgleichen, indem er häufig und kurz lüftet.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Viel Obst und Gemüse sind auch für die Haut wichtig, vor allem wegen der Vitamine und Antioxidantien – auch Radikalfänger genannt –, die sie enthalten. Gerade im Winter neigen wir aber dazu, weniger Obst und Gemüse zu essen, da die Auswahl nicht so groß ist. Doch es lohnt sich gerade jetzt, darauf zu achten, genug davon zu essen. Daneben gilt: Ausreichend trinken, zirka eineinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag.

Was raten Sie Psoriasis-Patienten im Winter?

Die Psoriasis (Schuppenflechte) verschlechtert sich bei vielen Betroffenen im Winter, das heißt, es bilden sich eher Plaques. Für Patienten ist es wichtig, sofort zu reagieren, wenn sich Schuppen oder Plaques bilden. Es gilt, die Schuppen auf den betroffenen Stellen mit fetthaltiger Salbe oder durch ein Bad mit ölhaltigem Zusatz aufzuweichen und zu reduzieren. Anschließend können die Patienten den vom Arzt verordneten Wirkstoff auftragen, etwa ein Vitamin-D-Derivat in Salbengrundlage.

Info: Warum Haut im Winter leicht austrocknet
Im Winter leiden einige Menschen an trockener Haut. Der Grund: Die Luftfeuchtigkeit sinkt oft drastisch bei klarem und kaltem Wetter, was die Gesichtshaut austrocknen kann. Der Aufenthalt in beheizten Räumen mit geringer Luftfeuchtigkeit kann diesen Effekt noch verstärken.

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