AIDS – eine globale Epidemie
Mit derzeit weltweit etwa 33 Millionen Infizierten breitet sich die unheilbare Immunschwäche AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome = erworbenes Immun-Schwäche-Syndrom) weiterhin aus. Vor allem Afrika und Asien sind betroffen, aber auch in den westlichen Industrienationen gibt es wieder Zuwachszahlen. Die Infektion mit dem Virus, das längst nicht mehr nur Homosexuelle bedroht, verläuft über bestimmte Körperflüssigkeiten. Woher das HI-Virus stammt, ist noch nicht exakt geklärt. Diskutiert wird, dass es von Affen auf den Menschen übertragen wurde.Im Überblick
Das
„Acquired Immune Deficiency Syndrome“ (erworbenes Immun-Schwäche-Syndrom, kurz
AIDS) wird durch eine Infektion mit dem HI-Virus verursacht. Dieses Virus hat das
Immunsystem als Ziel: Die Infektion führt zu einer zunehmenden Schwächung der Immunabwehr. Ein Mensch, dessen Immunsystem durch eine
HIV-Infektion zusammengebrochen ist, der sich also im Vollbild AIDS befindet, ist jetzt einer Vielzahl von Krankheitserregern hilflos ausgesetzt. Normalerweise kann sich der menschliche Organismus gegen diese Erreger wehren – doch bei dem durch HIV geschwächten Körper führen sie zu schweren Krankheiten. Obwohl die Lebenserwartung bei AIDS aufgrund immer besserer Medikamente weiter ansteigt, ist AIDS noch immer nicht heilbar.
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Neuinfektionen nehmen zu
Obwohl HIV-Patienten heutzutage eine annähernd normale Lebenserwartung haben, wenn sie fachgerecht behandelt werden, ist die
Infektion nach wie vor lebensgefährlich. Zudem nimmt die Rate an Neuinfektionen in den letzten Jahren in Deutschland wieder zu. Für das Jahr 2007 wurden nach Angaben des
Robert-Koch Instituts in der Bundesrepublik Deutschland 2.752 Neuinfektionen mit dem HI-Virus gemeldet, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um vier Prozent bedeutet. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) – hier wurde eine Zunahme um 12 Prozent beobachtet. In Deutschland bilden MSM mit einem Anteil von 65 Prozent an allen Infizierten die größte Gruppe von Betroffenen. Weltweit verteilen sich die Erkrankungen aber zu etwa gleichen Teilen auf Männer und Frauen. Neuinfektionen im Rahmen heterosexueller Kontakte nahmen im Jahr 2007 in Deutschland um 7,5 Prozent zu, während bei Menschen mit Drogenkonsum die Rate um 6 Prozent zurückging. Die Zunahme der Neuinfektionen spiegelt einen Trend wider, der im ersten Halbjahr des Jahres 2002 begonnen hat und sich bis dato fortsetzt. Insgesamt lebten in Deutschland Ende 2007 rund 59.000 Menschen mit einer
HIV-Infektion.
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Ein globales Problem
Im Jahr 2007 trugen nach Angaben von UNAIDS (Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) weltweit 33 Millionen Menschen das HI-Virus in sich, darunter hatten sich allein in 2007 2,7 Millionen Menschen neu infiziert; 2 Millionen Menschen starben in dem Jahr an den Folgen der Erkrankung. Auch wenn die Infektionszahlen in einigen Ländern rückläufig sind, so nimmt doch die globale
Epidemie stetig zu. Anführer in der Statistik sind hauptsächlich die afrikanischen Länder südlich der Sahara, wo mit geschätzten 22 Millionen Menschen weltweit die mit Abstand höchste Rate an
HIV-Infektionen besteht; über 15 Prozent aller Erwachsenen dort sind Virusträger. Auch die Neuinfektionsrate steht dort mit rund 1,9 Millionen Fällen im Jahr 2007 weltweit an erster Stelle, von den 2 Millionen an den Folgen der
Infektion verstorbenen Menschen lebten etwa 1,5 Millionen in dieser Region. An zweiter Stelle der Statistik stehen Süd- und Südostasien mit 4,2 Millionen HIV-Fällen.
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Aufbau und Vermehrung des HI-Virus
Das HI-Virus gehört zur Familie der
Retroviren. Es ist kugelförmig und hat einen Durchmesser von ca. 100 nm. Zur Vermehrung benötigt das
Virus Körperzellen, die den sogenannten CD4-Rezeptor auf der Oberfläche tragen. Das sind im menschlichen Körper vor allem die CD4-T-Lymphozyten (auch T4-Zellen, T-Helfer-Zellen genannt). Das Virus ist mittels eines speziellen Enzyms, der
reversen Transkriptase, in der Lage, die menschliche Wirtszelle zur Produktion von Virus-Erbgut anzuregen. Die vom Virus befallenen Zellen produzieren auf diese Art neue Viren und machen so eine Bekämpfung der Infektion sehr schwierig. In der Behandlung kommen verschiedene Therapien zum Einsatz, die eine Vermehrung des HI-Virus verhindern sollen. Man kennt heute zwei verschiedene Virustypen: HIV 1 und HIV 2, wobei vom ersteren eine höhere Ansteckungsgefahr ausgeht. HIV 1 kommt vor allem in ganz Afrika, dem Nahen Osten und Südostasien vor. HIV 2 ist weltweit verbreitet.
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Woher stammt das HI-Virus?
Das heutige HI-Virus ist eng mit Viren verwandt, die AIDS-ähnliche Symptome in Menschenaffen auslösen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen müsste der ursprüngliche Virusstamm Anfang des 20. Jahrhunderts aufgetreten sein. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um die Variante eines Virus, das Schimpansen
befallen hatte und das von ihnen auf den Menschen übertragen wurde. Das bei Schimpansen existierende Virus ist fast identisch mit dem menschlichen HI-Virus und wird SIV genannt. Allerdings wurde das heutige HI-Virus erst 1983 von den französischen Wissenschaftlern Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier am Pariser Institut Pasteur als Auslöser von AIDS entdeckt. Seitdem trägt es den Namen HIV (
Human
Immunodeficiency
Virus).
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