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descriptionGrafik: HI-Virus
Entwarnung ist nicht in Sicht. Obwohl es viele Informationsmöglichkeiten über die globale Epidemie AIDS gibt, nimmt die Zahl der HIV-Neuinfizierten wieder zu.
descriptionZentrifuge im Labor
Tückisch: Bis sich die Infektion mit grippeähnlichen Beschwerden zeigt, können wenige Wochen, aber auch 20 Jahre vergehen. Zwei Bluttests schaffen Klarheit.
descriptionFrau nimmt Tablette
AIDS ist immer noch unheilbar. Hochwirksame Medikamente können jedoch die Menge der Viren in Schach halten – falls das Virus nicht dagegen resistent wird.
descriptionMann im Wartezimmer
Sport, reisen, Sex - das muss bei einer HIV-Infektion nicht tabu sein. Unverzichtbar sind Verantwortungsbewusstsein für sich und andere sowie eine gesunde Lebensweise.
descriptionKondom
Sex ist die häufigste Ansteckungsquelle bei HIV. Konsequenter Schutz bei Oral-, Vaginal- und Analverkehr ist die wichtigste Vorbeugemaßnahme.
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Gut leben mit einer HIV-Infektion

Die Lebensqualität so lange wie möglich erhalten – dazu können HIV-Betroffene selbst aktiv beitragen: Indem sie nicht nur die Medikamente konsequent einnehmen, sondern auch gesund und verantwortungsbewusst leben. Das geht von der richtigen Ernährung über das Verhalten in der Freizeit bis zum Leben mit dem Partner und dem wichtigen Thema Kinderwunsch bei HIV.

Im Überblick



Die Diagnose „HIV-positiv“ ist ein Schock. Große Existenzängste verhindern zunächst jegliche Entscheidungsfindung. Deshalb sollten Sie sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit einer HIV-Infektion ist das Leben noch lange nicht vorbei. Neben der medizinischen Therapie kann eine verantwortungsbewusste und gesunde Lebensführung das Virus noch jahrelang daran hindern, sich im Körper weiter auszubreiten. Ganz wichtig dabei ist eine lebensbejahende Grundeinstellung. Bei einer HIV-Infektion gilt es allerdings ein paar Regeln zu beachten. Diese Regeln dienen nicht nur dem eigenen Wohlbefinden, sondern sind auch für den Umgang mit Nicht-Infizierten wichtig.
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Ernährungsempfehlungen bei HIV-Infektion

Eine vollwertige, gesunde, ausgewogene Ernährung spielt auch bei HIV-Patienten eine wichtige Rolle. Die HIV-Infektion zählt zu den sogenannten konsumierenden Erkrankungen, das heißt es kommt zu Gewichtsverlust, allgemeiner Schwäche und Abbau von Fett und Muskulatur. Um eine ausgewogene Mischung von Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen und Wasser zu erreichen, empfiehlt sich eine ausgewogene Mischkost. Teilt man die wichtigsten Nahrungsmittel in sieben Gruppen auf, so sollten Sie aus jeder Gruppe täglich ein Nahrungsmittel verzehren – mit einer gewissen Variation innerhalb der Gruppen. Die Lebensmittel sollten immer frisch sein, kurz gegart, aber nicht roh verzehrt werden:

Gruppe 1: Milch und Milchprodukte
liefern tierisches Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, Kalzium und die Vitamine A und B12.

Gruppe 2: Fleisch, Wurst, Innereien, Fisch und Eier
liefern tierisches Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, die Vitamine A, D, B1, B12, außerdem Folsäure und Jod.

Gruppe 3: Brot, Reis, Getreide, Nudeln und Kartoffeln
liefern Kohlenhydrate, pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, Eisen, Magnesium, Kalium, Vitamin B1 und C sowie Folsäure.

Gruppe 4: Gemüse und Salate
liefern die Vitamine A und C, Folsäure, Magnesium, Kalium und Ballaststoffe.

Gruppe 5: Obst
liefert Vitamine, Kalium und Ballaststoffe.

Gruppe 6: Fette, das heißt Butter, Margarine und Öle
liefern Fettsäuren und die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.

Gruppe 7: Flüssigkeit, zum Beispiel Wasser
wird als Lösungs- und Transportmittel gebraucht (mindestens 1,5 Liter pro Tag).

Persönliches Wohlbefinden und die „richtige“ Ernährung gehören stets zusammen. Bei vielen HIV-Patienten kommt es im Laufe der Zeit zu einem starken Gewichtsverlust. Das sollte man unbedingt mit Vitaminsubstitution und hochkalorischer Nahrung, zum Beispiel Sahne statt Milch, oder eventuell auch mit oraler Zusatznahrung zu verhindern versuchen.

Das Vermeiden bestimmter Nahrungsmittel kann auch zahlreiche Infektionen und Durchfälle verhindern helfen. Außerdem muss die Ernährung in gewisser Weise auf die antiretrovirale Therapie abgestimmt werden. Bestimmte Mineralstoffe können zu einer Stimulierung des Immunsystems führen, was zu einer direkten Verbesserung der Abwehrlage beiträgt. 

Stichwort Genussmittel
Hier gilt: „Alles in Maßen“. Genussmittel wie Alkohol und Nikotin haben sich nach neuestem Stand der Wissenschaft bei mäßigem Genuss nicht direkt negativ auf die HIV-Infektion ausgewirkt. Das heißt jedoch nicht, dass sie nicht generell gesundheitsschädlich sind.

Was Sie bei der Ernährung im Urlaub beachten sollten, lesen Sie hier.
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Kann man trotz einer HIV-Infektion Kinder bekommen?

In Deutschland gibt es eine steigende Zahl von Schwangerschaften mit einem HIV-infizierten Partner. Noch vor einigen Jahren wurde bei einer HIV-infizierten Schwangeren aus medizinischer Sicht zur Unterbrechung der Schwangerschaft geraten. Das Risiko einer Ansteckung für das Kind war sehr hoch. Durch neue Therapiemethoden und zahlreiche Weiterentwicklungen ist es gelungen, das Risiko der Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind zu vermindern.

75 Prozent der HIV-Infizierten sind zwischen 20 und 40 Jahre alt. Somit existiert bei vielen auch der Wunsch nach einem eigenen Kind. Die Erfüllung des Kinderwunsches bei Paaren mit einem HIV-infizierten Partner ist mit speziellen medizinischen Maßnahmen verbunden, die dem Infektionsschutz des nicht infizierten Partners und der Vermeidung einer HIV-Übertragung auf das Kind dienen. Dies sollten Sie eingehend mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Es gibt aus bisher vorliegenden wissenschaftlichen Studien keine Ergebnisse, dass Schwangerschaft und Geburt den Verlauf einer HIV-Infektion verschlechtern kann. Eine Infektion erhöht jedoch augenscheinlich die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen in der Schwangerschaft.

Die sichere Zeugung  
Besteht bei einer HIV-negativen Frau der Wunsch nach einem Kind von einem HIV-positiven Mann kann sein Sperma vor der Befruchtung gewonnen und anschließend „gewaschen“ werden. Danach wird eine künstliche Befruchtung durchgeführt. Auch bei einer HIV-positiven Frau und einem HIV-negativen Mann kann die künstliche Befruchtung helfen, wenn eine natürliche Befruchtung nicht in Frage kommt.

Infektionsrisiko für das Kind
Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind beträgt ohne vorbeugende Maßnahmen (antiretrovirale Therapie) etwa 15 bis 20 Prozent. Eine Infektion des Kindes scheint zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft möglich zu sein. Ein hohes Infektionsrisiko besteht vor allem während der Geburt, bei vorzeitigen Wehen, Frühgeburten, vorzeitigem Blasensprung, Infektionen der Embryonalhülle (Amnioninfektion) und einer Geburt auf natürlichem Wege. Die Empfehlungen sind neben einer virenhemmenden Therapie während der Schwangerschaft auch die vorbeugende Behandlung des Neugeborenen und der Verzicht auf das Stillen des Kindes. Das Infektionsrisiko des Kindes kann auch durch einen geplanten Kaiserschnitt weiter gesenkt werden. Bei Einhaltung aller Maßnahmen beträgt das Risiko des Neugeborenen, sich mit HIV zu infizieren, weniger als zwei Prozent.
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Safer Sex ist Pflicht

Intime Beziehungen zwischen Infizierten und Nichtinfizierten – gleichgültig ob hetero- oder homosexuelle – sind immer mit einem Risiko verbunden. Dies gilt es so weit wie möglich zu minimieren. Dazu zählt vor allem die konsequente Anwendung von „Safer Sex“, das heißt, die Benutzung von Kondomen und Lecktüchern. Diese bieten den besten Infektionsschutz, denn es dürfen keine infektiösen Flüssigkeiten (Blut, Sperma oder Vaginalsekret) auf Schleimhäute und/oder verletzte/erkrankte Haut gelangen.
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Unterschiedliche Risiken bei verschiedenen Sexualpraktiken

Bei den verschiedenen Sexualpraktiken bestehen unterschiedliche Risiken, seinen Partner mit HIV zu infizieren:
  • Vaginalverkehr: Die Frau kann sich beim Vaginalverkehr über infektiöses Sperma oder den Flüssigkeitsfilm auf der Penisschleimhaut infizieren, indem HIV in die Schleimhaut von Scheide oder Gebärmutter eindringt und von den Immunzellen aufgenommen wird. Auf den Mann kann HIV durch Scheidenschleimhaut, Vaginalsekret oder Menstruationsblut übertragen werden. Die Frau infiziert sich beim Vaginalverkehr etwas leichter beim Mann als umgekehrt. Während der Monatsblutung der Frau kann ein höheres Infektionsrisiko für den Mann bestehen.
  • Analverkehr: Auch beim Analverkehr können sich beide Sexualpartner infizieren. Denn einerseits können die HI-Viren aus dem Sperma oder dem Flüssigkeitsfilm auf der Penisschleimhaut direkt in die Zellen der Darmschleimhaut übergehen. Andererseits können die Erreger auch aus dem Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut auf den eindringenden Partner übertragen werden.
  • Oralverkehr: Das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, ist bei Oralverkehr wesentlich geringer als bei Vaginal- oder Analverkehr. Ein Grund dafür ist, dass die Mundschleimhaut im Gegensatz zu anderen Schleimhäuten widerstandsfähiger gegen HI-Viren ist. Zudem wirkt der Speichel verdünnend und spült die Viren regelrecht von der Schleimhaut ab. Ein gewisses Ansteckungsrisiko besteht jedoch, wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund des Sexualpartners gelangt.

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Begleitinfektionen bei HIV

Bei einer HIV-Infektion besteht ein erhöhtes Risiko für sogenannte Begleitinfektionen. Dies sind Infektionen, die sich auf dem gleichen Wege übertragen wie das HI-Virus. Im Unterschied zu den opportunistischen Infektionen sind es aber keine AIDS-definierenden Erkrankungen. Dennoch hängt ihr Behandlungserfolg mit dem Verlauf der HIV-Infektion zusammen.

Lues (Syphilis)
Die Geschlechtskrankheit Lues ist eine bakterielle Infektion, ausgelöst durch Treponema pallidum, die im Normalfall drei bis fünf Wochen nach der Ansteckung ausbricht. In der ersten Phase (Primäre Lues) zeigen sich lokale Entzündungen im Mundraum oder an den Geschlechtsteilen sowie Lymphknotenschwellungen. In der zweiten Phase (Sekundäre Lues) kommen Hautausschläge, Heiserkeit und Plaques auf der Mundschleimhaut dazu. In der dritten Phase (Tertiäre Lues) sind dann Organe betroffen, es kommt zu Muskel- und Hautzerstörungen, Aortaentzündung und vielfältigen neurologischen Schädigungen.
Bei HIV-Infizierten können schon in den ersten beiden Phasen massive Hautschädigungen, Fieberschübe und eine allgemeine Abgeschlagenheit auftreten. Ganz allgemein sind die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen wesentlich kürzer als bei nicht HIV-Infizierten. Eine Behandlung erfolgt meist mit Penicillin-Präparaten.

Chronische Hepatitis-B- und C-Infektionen
Hepatitis ist eine Virus-Infektion, die entzündliche Erkrankungen der Leber auslöst. Die verschiedenen Virustypen werden in A bis E klassifiziert. Während Typ A und E über den Verdauungstrakt in den Körper gelangen, kommen Typ B, C und D nur parenteral, das heißt über die Blutbahn, in den Organismus. Unbehandelt kann es bei B, C und D letztlich zur Zerstörung der Leber (Leberzirrhose) kommen.

Die Varianten B und C betreffen besonders die HIV-Infizierten. Etwa 80 Prozent von ihnen haben schon eine Hepatitis-B-Infektion durchlebt. Bei zehn Prozent ist sie chronisch geblieben. Unter denjenigen, die sich mit HIV über Drogenkonsum („verseuchte“ Nadeln) infiziert haben, leiden 50 Prozent an chronischer Hepatitis-C. Als Standardtherapie werden Nukleosidanaloga wie Lamivudin und Ribavirin in Kombination mit Interferon-Alpha eingesetzt. Der Erfolg einer Behandlung hängt auch hier vom Grad der HIV-Infektion ab.

Mehr Informationen über Hepatitis finden Sie hier.

Mehr Informationen zu Reisen und Sport bei HIV finden Sie hier.

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Adressen und Links

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
    Ostmerheimer Str. 200
    51109 Köln
    Tel.: 0221 / 8 99 20
    Fax: 0221 / 89 92 300
    E-Mail: info@bzga.de
    Internet: www.bzga.de
  • Die BZgA-Telefonberatung zu HIV und AIDS
    Tel.: 01805 / 555 444 (z. Zt.: 12 Cent pro Min. bundesweit)
    (Mo - Do: 10 - 22 Uhr ; Fr - So: 10 - 18 Uhr)
    Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) sind alle in Deutschland vertretenen AIDS-Beratungsstellen nach Bundesländern sortiert aufgeführt.
  • Deutsche AIDS-Gesellschaft e.V.
    Grindelallee 35
    20146 Hamburg
    Tel.: 0160/90 28 92 85
    Fax: 040/28 40 73-73
    E-Mail: daig@daignet.de
    Internet: www.daignet.de
  • DAGNÄ e.V. - Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V.
    Nürnberger Str. 16
    10789 Berlin
    Tel.: 030/3980193-0
    Fax: 030/3980193-20
    E-Mail: verein@dagnae.de
    Internet: www.dagnae.de

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Mann im Wartezimmer
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Schock und Verzweiflung: Die Diagnose „HIV-positiv“ ist zunächst angsteinflößend. Um wieder eine lebensbejahende Einstellung zu erlangen, sollten Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Äpfel
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Mehr Vitamine: Gesunde Ernährung ist für Menschen mit einer HIV-Infektion besonders wichtig. Dazu gehören vor allem Lebensmitteln, die das geschwächte Immunsystem stärken – etwa Gemüse und Obst mit vielen Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen.
Schwangere Frau
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Erfüllbarer Kinderwunsch: Bei guter medizinischer Versorgung ist das Kinderkriegen für HIV-Infizierte heutzutage relativ unbedenklich. Partner und Kind können durch verschiedene Maßnahmen vor einer Ansteckung geschützt werden.