Information ist so wichtig wie das Kondom
Wie man sich mit AIDS anstecken kann – darüber herrschen immer noch viele falsche Vorstellungen. Über gemeinsam benutztes Geschirr oder im Schwimmbad kann es zum Beispiel nicht gefährlich werden. Die häufigste Infektionsquelle ist ungeschützter Sexualkontakt. Das Kondom ist also immer noch die sicherste Schutzmaßnahme gegen das HI-Virus.Im Überblick
Ansteckungsgefahr – ja oder nein?
Lange herrschte in unseren Breitengraden die Meinung vor, dass HIV nur homosexuelle Männer und Drogenabhängige betrifft. Das ist eindeutig falsch. Jeder kann sich mit HIV infizieren! Die Ansteckung kann über die vier folgenden Körperflüssigkeiten erfolgen:
- Blut
- Sperma
- Scheidenflüssigkeit
- Muttermilch
↑ nach oben
In all diesen Körperflüssigkeiten muss jeweils eine genügend große Menge von HI-Viren vorhanden sein, um andere anstecken zu können. In Schweiß, Tränenflüssigkeit und Speichel werden meistens keine ausreichend hohen Virenkonzentrationen erreicht.
HIV kann demnach übertragen werden durch:
- ungeschützten Geschlechtsverkehr
- Gabe von Blut oder Blutbestandteilen
- Transplantation infizierter Organe
- Schwangerschaft, Geburt und Stillen
- gemeinsamen Gebrauch von kontaminierten Nadeln und Spritzen
- Nadelstichverletzungen, offene Hautwunden und Schleimhautkontakte
↑ nach oben
HIV wird nicht übertragen durch:
- Toilettensitze, Schwimmbecken, Wasserhähne, Duschen
- Berühren und Umarmen von HIV-Infizierten
- Küssen
- Geschirr, Bettwäsche oder sonstige von HIV-Infizierten benutzte Gegenstände
- Nahrungsmittel, die von HIV-Infizierten zubereitet wurden
- Tröpfcheninfektion
- Mücken oder andere Insekten
- nichtsexuellen Sozial- und Körperkontakt
- Schmierinfektion (fäkal-oral)
↑ nach oben
Wie kann man sich vor HIV/AIDS schützen?
Um sich und andere zu schützen, sollte man wissen, dass die Übertragung des HI-Virus nur auf bestimmtem Weg erfolgen kann. Prinzipiell kann sich jeder mit HIV infizieren. Allerdings gibt es sogenannte Risikogruppen, bei denen die Gefahr einer Infektion höher liegt. Zu diesen Risikogruppen zählen Homosexuelle, Drogenabhängige und Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern.
Sexuelle Kontakte Die häufigste Übertragung geschieht bei sexuellen Kontakten. Deshalb ist geschützter Anal-, Oral- und Vaginalverkehr das A und O, um das Risiko einer HIV-Übertragung so weit wie möglich zu minimieren. Hierfür sind Kondome immer noch am besten geeignet. Der Gebrauch von Kondomen sollte für jeden eine Selbstverständlichkeit sein. Wer in einer festen Beziehung lebt, sollte mit dem Partner stets offen und ehrlich umgehen. Seitensprünge – besonders wenn ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden hat – müssen offen angesprochen werden. Insgesamt rettet ein offener Umgang mit dem Thema Leben. HIV/AIDS ist auch ein großes Thema bei Urlaubsreisen. In vielen Ländern wird die AIDS-Gefahr unterschätzt. Es gibt eine hohe Dunkelziffer an Infizierten, vor allem auch unter den Prostituierten. Safer Sex gilt auch hier unbedingt und zu jeder Zeit!
Drogenutensilien Bei Drogenabhängigen kommt es meist zu einer Übertragung von HIV durch gemeinsam benutzte Nadeln. Es gibt verschiedene Hilfsprogramme, die versuchen, diesem Personenkreis durch Alternativen zum Drogenkonsum (z.B. Methadon-Programm) oder durch Verteilung von sauberen Spritzbestecken zu helfen.
Blutprodukte Die Übertragung durch HIV-infizierte Blutprodukte ist durch die strengen Tests in Deutschland seit langen nicht mehr nachgewiesen worden.
↑ nach oben
Sicherheit vor HIV auf Reisen
Laut dem Bericht von UNAIDS (Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) trugen im Jahr 2007 weltweit 33 Millionen Menschen das HI-Virus in sich. Auch wenn die Infektionszahlen in einigen Ländern rückläufig sind, so nimmt doch die globale Epidemie stetig zu. Anführer in der Statistik sind hauptsächlich die afrikanischen Länder südlich der Sahara, wo mit geschätzten 22 Millionen Menschen weltweit die mit Abstand höchste Rate an HIV-Infektionen besteht; fünf Prozent aller Erwachsenen dort sind Virusträger. An zweiter Stelle der Statistik stehen Süd- und Südostasien mit 4,2 Millionen HIV-Fällen.
Vorsorge gegen AIDS und HIV Gegen AIDS oder HIV gibt es derzeit keinen Impfstoff.
Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist die Vermeidung von direktem Kontakt mit den infektionsrelevanten Körperflüssigkeiten.
Schützen Sie sich gegen AIDS und HIV durch den konsequenten Gebrauch von Kondomen. Verwenden Sie nur Nadeln und andere medizinische Instrumente, die entweder sterilisiert oder neu verpackt sind (z. B. Einwegnadeln). Aktuelle Reisewarnungen zu anderen Krankheiten und Infektionen finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amts.
↑ nach oben