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descriptionGrafik: HI-Virus
Entwarnung ist nicht in Sicht. Obwohl es viele Informationsmöglichkeiten über die globale Epidemie AIDS gibt, nimmt die Zahl der HIV-Neuinfizierten wieder zu.
descriptionZentrifuge im Labor
Tückisch: Bis sich die Infektion mit grippeähnlichen Beschwerden zeigt, können wenige Wochen, aber auch 20 Jahre vergehen. Zwei Bluttests schaffen Klarheit.
descriptionFrau nimmt Tablette
AIDS ist immer noch unheilbar. Hochwirksame Medikamente können jedoch die Menge der Viren in Schach halten – falls das Virus nicht dagegen resistent wird.
descriptionMann im Wartezimmer
Sport, reisen, Sex - das muss bei einer HIV-Infektion nicht tabu sein. Unverzichtbar sind Verantwortungsbewusstsein für sich und andere sowie eine gesunde Lebensweise.
descriptionKondom
Sex ist die häufigste Ansteckungsquelle bei HIV. Konsequenter Schutz bei Oral-, Vaginal- und Analverkehr ist die wichtigste Vorbeugemaßnahme.
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Infiziert? Nur der HIV-Test gibt Aufschluss

Äußerlich erscheint der Infizierte völlig gesund, innerlich breiten sich die Viren jedoch ungehindert aus. Die Anzeichen von AIDS treten oft mit jahrelanger Verzögerung auf. Sie können von Fieber über Durchfall bis zu Hautausschlägen reichen. Ein erster Bluttest zeigt, ob es Indizien für das Virus gibt. Ist das der Fall, sorgt ein zweiter Test für definitive Bestätigung oder kann Entwarnung geben.

Im Überblick



Die Diagnose einer HIV-Infektion lässt sich bei den meisten Menschen durch den HIV-Test – je nach Testverfahren nach sechs bis zwölf Wochen nach Infektion – stellen und kann in der Regel nur indirekt, das heißt über den Nachweis virusspezifischer Antikörper im Blut, gestellt werden. Die Testung auf HIV-Antikörper erfordert grundsätzlich mindestens zwei unterschiedliche Tests:
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Der Suchtest (ELISA)

In einem ersten Suchtest (ELISA) wird nach den Antikörpern gegen das HI-Virus gesucht. Es kann vorkommen, dass manchmal auch andere Antikörper mitreagieren. Aus diesem Grund muss ein positives Ergebnis (= Antikörper gegen HIV vorhanden) in diesem Test durch einen Bestätigungstest überprüft werden. So wird sichergestellt, dass nicht irrtümlich ein falsch-positives Ergebnis übermittelt wird. Ein HIV-Test darf nur mit der schriftlichen Einwilligung des Patienten erfolgen. In den ersten drei Monaten nach einer Infektion kann man eine Ansteckung nicht mit Sicherheit bestätigen. In dieser Zeit ist die Gefahr, dass ein bereits mit HIV Infizierter ohne Wissen um seine Krankheit weitere Personen ansteckt, besonders hoch.
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Der Bestätigungstest (Immuno-Blot, Western-Blot)

Hierfür ist in Deutschland ein sogenannter Immuno-Blot (früher auch Western-Blot genannt) vorgeschrieben. Bei diesem Test werden die Antigene zunächst in ihre Bestandteile zerlegt. Mittels elektrischen Stroms werden sie dann in einzelne Proteine aufgetrennt und dann auf einen Teststreifen übertragen („blotten“). Auf dieses Proteingemisch gibt man das zu untersuchende Blutserum. Sind darin Antikörper, binden sie an die viralen Proteine. Der Teststreifen zeigt eine Reaktion bei HIV-positivem Ergebnis an.

Bei unklarem Befund kann ein HIV- Nukleinsäureamplifikationstest (NAT) Aufschluss geben. Dabei werden virale Bausteine, die Nukleinsäuren, vervielfältigt und damit auch kleinste Mengen nachweisbar.

Mittlerweile gibt es auch Schnelltests, die eine Beurteilung innerhalb von 15 bis 30 Minuten erlauben. Manche davon werden im Internet für Privatpersonen zum Kauf angeboten. Von solchen „Selbsttests“ ist aus mehreren Gründen abzuraten: Diese Tests können nicht alle Untergruppen des HI-Virus erkennen, Laien können die Tests oft nicht korrekt durchführen und die Interpretation bedarf einer gewissen Erfahrung. Auch fehlen im Falle eines positiven Ergebnisses eine entsprechende Beratung und der Bestätigungstest. In Deutschland ist die Abgabe solcher Teste an Laien nicht gestattet.
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Symptomfrei – krank oder gesund?

Nach erfolgter Infektion mit HIV beginnt eine meist langjährige Phase, die weitgehend frei von spürbaren Krankheitszeichen (Symptomen) ist. Während die Krankheit beim Infizierten zwar über längere Zeit noch nicht ausbrechen muss, greift das Virus aber bereits sein Immunsystem an. Nach durchschnittlich zehn Jahren ist dieser Schaden so groß, dass das Immunsystem zusammenbricht. Der Infizierte wird Opfer verschiedener Infektionskrankheiten, die einem gesunden Menschen in der Regel nichts anhaben können. In diesem Stadium spricht man vom Vollbild AIDS.

Die Wissenschaft verfügt noch nicht über ausreichende Langzeitdaten, da die Krankheit erst 1981 entdeckt wurde. Dennoch geht man heute davon aus, dass fast jeder HIV-Infizierte ohne Therapie früher oder später AIDS entwickelt. Die Dauer der Latenzzeit (= Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) hängt wahrscheinlich auch von der Menge an HI-Viren ab, die der Infizierte im Körper hat. Diese kann beispielsweise durch eine „verseuchte“ Bluttransfusion sehr hoch sein. Ohne Therapie entwickelt sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit (zwei bis mehr als 20 Jahre) eine Immunschwäche mit charakteristischen Krankheitsbildern. Außerdem kann die Latenzzeit auch von den verschiedenen Virusstämmen abhängen sowie von der gleichzeitigen Anwesenheit anderer Krankheitserreger wie Herpes-Viren. Auch die Lebensführung kann Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben.
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Die Phasen einer HIV-Infektion: von HIV zu AIDS

Auch wenn äußerlich zunächst nichts zu sehen ist, reagiert der Körper unmittelbar auf eine HIV-Infektion: Es kommt zu einem raschen Anstieg der Viruskonzentration im Blut. Gleichzeitig sinkt die Zahl der CD4+-T-Lymphozyten. Nur eine Blutuntersuchung kann darüber Aufschluss geben, ob man infiziert ist und in welchem Stadium der Infektion man sich befindet. Einzelne Laborwerte sind hierbei wichtige Marker (siehe Tabelle unten). Auch wenn keine Veränderung der klinischen Symptome (Krankheitszeichen) zu beobachten ist, können diese Daten indirekt Aufschluss über den Krankheitsverlauf geben. So sind zum Beispiel die Anzahl der CD4+-Zellen und die Menge der HI-Viren im Blut (Viruslast) wichtige Werte.
Marker Immunsystem

Normalwerte
CD4+-Zellen (Anzahl) über 500/μl
CD4+-Zellen (%) 30% bis 50%
CD8+-Zellen (Anzahl) 280 bis 1500/μl
CD4/CD8-Quotient etwa 2

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Die CD4+-Zellen gehören zur Gruppe der Lymphozyten (Form der weißen Blutkörperchen). Ihre Konzentration im Blut gibt uns einen Hinweis darauf, ob das Immunsystem noch funktionsfähig ist oder nicht. Diese CD4+-Zellen werden durch HIV infiziert und in ihrer Anzahl reduziert. Sinkt ihre Zahl unter 200 pro Mikroliter (μl) Blut, ist der Infektionsschutz lückenhaft. Diese Anzahl dient dem Arzt dann als Hinweis, wann man mit einer antiretroviralen Behandlung beginnen sollte. Die CD8+-Zellen sind die Gegenspieler der CD4+-Zellen. Man nennt sie auch T8-Suppressorzellen, da sie in der Lage sind, Immunantworten zu unterdrücken (engl. to suppress = unterdrücken).
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Symptome einer akuten HIV-Infektion

Zunächst kommt es bei 40 bis 90 Prozent der Infizierten zwischen einer und sechs Wochen nach Übertragung des Virus zu einer grippeähnlichen Symptomatik mit Fieber, Hals- und Gliederschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen. Dies wird als akute HIV-Krankheit bezeichnet. Anschließend können mehrere Jahre ohne Symptome vergehen, in denen sich das Virus im Körper vermehrt und nach und nach Immunzellen zerstört. Die Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen ist sehr unterschiedlich und reicht von wenigen Tagen bis hin zu Wochen. Auch die Symptomatik ist sehr unterschiedlich und kann dem Pfeifferschen Drüsenfieber (Mononukleose) ähneln. Im Allgemeinen treten folgende Symptome auf:
Auch Hautausschläge kommen vor. In wenigen Fällen kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) durch das Virus kommen. Diese akuten Erkrankungszeichen klingen nach einiger Zeit jedoch wieder ab. Nach der akuten Erkrankung kommt ein mehr oder weniger langes Stadium, in dem sich der Infizierte völlig gesund fühlen kann.
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Das Vollbild AIDS

Das Vollbild AIDS oder AIDS-Stadium wird vor allem durch das Auftreten opportunistischer Infektionen und Malignomen (bösartige Geschwulste) bestimmt, den sogenannten AIDS-definierenden Erkrankungen. Als typisches Malignom bei AIDS gilt das Kaposi-Sarkom. Je nach Zahl der CD4-Zellen treten diese Erkrankungen in unterschiedlicher Ausprägung auf – umso heftiger, je stärker das Abwehrsystem beeinträchtigt ist. Die Erreger sind Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten, die normalerweise von einem gesunden Immunsystem in Schach gehalten werden.
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Zahlreiche Erreger können den Körper attackieren

Ist das Immunsystem durch das HI-Virus geschwächt, kann es den Kampf gegen Krankheitserreger kaum noch gewinnen. Pilzerkrankungen, Herpesinfektionen, viele andere Infektionen und nicht zuletzt Krebs können deshalb im Krankheitsverlauf immer häufiger auftreten. Konsequente Behandlung mit den antiviralen AIDS-Medikamenten ist deshalb dringend nötig, um die Virenmenge einzugrenzen und damit das Immunsystem möglichst lange aktionsfähig zu halten.

Opportunistische Infektionen sind Infektionen, die durch Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze verursacht werden, wenn das Immunsystem nicht mehr intakt ist und so die Erreger nicht mehr abwehren kann. Bei einer HIV-Infektion mit einem zunehmenden Immundefekt verlaufen solche Infektionen oft sehr schwer. Vor dem Auftreten dieser Krankheiten gilt ein Patient lediglich als HIV-positiv, jedoch noch nicht als AIDS-Kranker. Deshalb werden die folgenden Krankheiten im Zusammenhang mit HIV auch als AIDS-definierende Erkrankungen bezeichnet.

Seit der Einführung der hochwirksamen antiretroviralen Therapie (HAART) oder besser heute cART (combined Anti-Retroviral- Therapy) treten opportunistische Infektionen nicht mehr so häufig auf. Dies hängt damit zusammen, dass unter der Therapie die Zahl der körpereigenen Abwehrzellen (CD4+-Zellen) auf hohem Niveau bleibt.
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Opportunistische Infektionen: AIDS definierende Erkrankungen


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Zentrifuge im Labor
© iStockphoto
Diagnose im Blut: Nur ein HIV-Test im Labor deckt eine Infektion mit dem Virus auf. Um falsche Ergebnisse auszuschließen, muss bei positivem Testausgang ein Bestätigungstest durchgeführt werden.
Animation: Virusinfektion und -vermehrung
© Waglione/GnuFreeDocumentationLicense
Explosionsartige Vermehrung: Mithilfe von körpereigenen Zellen vermehrt sich das HI-Virus rasend schnell. Zunächst hat der Betroffene keine Symptome – doch bei Nichtbehandlung bricht das Immunsystem irgendwann zusammen.
Lymphozyt unter dem Rasterelektronenmikroskop
© Dr.TricheNationalCancerInstitute/PublicDomain
Lücken in der Abwehr: Die für die Immunabwehr wichtigen CD4+-Lymphozyten (oben) werden vom HI-Virus zerstört.
© Shutterstock
Gefürchtete „Superinfektion“: HI-Viren öffnen im Körper das Tor für alle möglichen Erreger. Dann werden auch harmlose Herpesbläschen (oben) gefährlich. Sie können zusätzlich von Bakterien und Pilzen befallen werden oder sich auf Augen und Nervensystem ausdehnen.