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ADHS bei Erwachsenen



Lange Zeit ging man davon aus, dass die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nur bei Kindern und Jugendlichen vorkommt. Studien haben jedoch gezeigt: Bei etwa einem Drittel der Betroffenen kann auch im Erwachsenenalter noch eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung diagnostiziert werden, zum Teil jedoch mit weniger ausgeprägten Symptomen.


Mann schreit in Lampe © Thinkstock
Zwei der drei Leitsymptome – die Hyperaktivität und die Impulsivität – nehmen dabei eher ab als die Konzentrationsstörung. Häufig kommen bei Erwachsenen noch weitere psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen, Persönlichkeitsstörungen sowie Alkohol- oder Drogenabhängigkeiten hinzu.

Schwierige Diagnostik

Die Diagnose ADHS bei Erwachsenen zu stellen, ist noch komplizierter als bei Kindern. Denn wie bereits erwähnt, kommen gerade bei ihnen zusätzlich psychiatrische Störungen vor. Die ADHS wird deshalb meist erst dann erkannt, wenn auch die andere Störung diagnostiziert wird. Des Weiteren wird auch bei Erwachsenen für die Diagnosestellung der Nachweis gefordert, dass die Störung bereits in der frühen Kindheit begonnen hat. Das kann jedoch sehr schwierig sein. Zudem sind einzelne Symptome der ADHS weit verbreitet, ohne dass an eine psychische Störung gedacht werden muss. Inzwischen gibt es jedoch einige Tests und Fragebögen, die speziell zur Diagnostik bei erwachsenen Menschen eingesetzt werden können.

ADHS-Therapie bei Erwachsenen

Ob die ADHS bei Erwachsenen behandelt werden muss, hängt von der Ausprägung der Symptome sowie von der psychischen und sozialen Beeinträchtigung des Betroffenen ab. Ähnlich wie bei Kindern kommen bei der Therapie Psychoedukation und eine Verhaltenstherapie zum Einsatz. Die Verhaltenstherapie orientiert sich meist an den Empfehlungen für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen.

Bei der medikamentösen Therapie sind Stimulantien wie Methylphenidat auch im Erwachsenenalter Mittel der ersten Wahl. Allerdings sind Stimulanzien für die Behandlung bei Erwachsenen in Deutschland eigentlich nicht zugelassen. Sie können vom Arzt nur im Rahmen eines sogenannten individuellen Heilversuchs verordnet werden.

Geht die ADHS mit einer Suchterkrankung einher, wird von einer Therapie mit Stimulanzien abgeraten. Denn dann ist das Abhängigkeitspotenzial erhöht. Eine Alternative können Atomoxetin oder andere Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer sein.
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