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Malaria (Sumpffieber)



Malaria, im deutschen Sprachgebrauch auch Wechselfieber oder Sumpffieber genannt, wird durch Parasiten (sogenannte Plasmodien) verursacht. Die weibliche Anopheles-Mücke ist der Überträger. Sie sticht hauptsächlich abends in der Dämmerung zu.

Die Parasiten infizieren die roten Blutkörperchen. Nach Reifung platzen die Blutkörperchen und setzen Giftstoffe frei, die dann eine Entzündungsreaktion auslösen. Der Erreger der gefährlichsten Form der Malaria, der Malaria tropica, kann zusätzlich auch noch die Blutgefäße schädigen, was zu gefährlichen Durchblutungsstörungen führen kann.

Je nach übertragenem Erreger werden hauptsächlich drei Formen von Malaria unterschieden. Sie weisen jeweils eine spezifische Fieberrhythmik auf. Allerdings ist diese Rhythmik kein verlässliches Erkennungszeichen, da sie bei allen Formen auch gelegentlich gänzlich fehlen kann:
  • Die Malaria tertiana, die durch die Erreger Plasmodium vivax oder ovale ausgelöst wird, ist eine milde Form der Krankheit, bei der auch noch nach Jahren Rückfälle auftreten können.
  • Die Malaria quartana wird durch Plasmodium malariae ausgelöst. Sie verläuft im Allgemeinen auch eher mild, kann aber zu Nierenproblemen führen. Auch hier sind Rückfälle nach Jahren keine Seltenheit.
  • Die Malaria tropica wird durch Plasmodium falciparum ausgelöst. Sie ist die gefährlichste Form, die unbehandelt meistens zum Tode führt.
Malaria ist mit weltweit 300 bis 500 Millionen Fällen pro Jahr die häufigste Infektionskrankheit der Welt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben pro Jahr über eine Million Menschen an Malaria.

Symptome und Krankheitsverlauf bei Malaria

Allen drei Malariaformen gemein ist, dass sie schlagartig mit Kopf- und Rückenschmerzen, Frösteln und Hitzegefühl beginnen. Danach stellt sich häufig die typische Fieberrhythmik ein, die der Malaria auch ihren deutschen Namen „Wechselfieber“ gab.
  • Malaria tertiana: Die Inkubationszeit liegt zwischen acht und zwanzig Tagen. Der Betroffene leidet unter klassischem Wechselfieber mit typischer Drei-Tages-Rhythmik: Tag eins mit Fieber, Tag zwei ohne Fieber und Tag drei wieder mit Fieber.
  • Malaria quartana: Die Inkubationszeit liegt zwischen drei und sieben Wochen. Der Betroffene leidet unter klassischem Wechselfieber mit Vier-Tages-Rhythmik: Fieber an Tag eins, dann zwei Tage fieberfrei und wieder Fieber am vierten Tag.
  • Malaria tropica: Die Inkubationszeit liegt zwischen sieben und 14 Tagen. Typisch ist, dass sie keine so auffällige Fieberrhythmik aufweist wie die anderen Malariaformen. Neben den unregelmäßigen Fieberschüben treten auch Organveränderungen, Blutarmut und Nervenbeschwerden wie beispielsweise Krampfanfälle auf.

Diagnose und Behandlung bei Malaria

Malaria lässt sich im Anfangsstadium kaum von einer Grippe unterscheiden. Um die Symptome richtig zuordnen zu können, sollte der behandelnde Arzt sofort über einen Aufenthalt in einem malariagefährdeten Gebiet informiert werden. Anhand einer Blutanalyse kann er dann die Malaria-Erreger identifizieren. Die Behandlung wird mit verschiedenen Medikamenten gegen die Erreger durchgeführt. Abhängig ist die Therapie auch von der Resistenzlage im Risikogebiet, diese wird laufend überprüft.

Wo kommt Malaria vor?

Malaria kommt hauptsächlich in subtropischen und tropischen Gebieten vor – häufig da, wo es zu Überflutungen und Wasseransammlungen kommt, in denen sich die Anopheles-Mücken gut vermehren können.
Weltkarte der Malaria-Verbreitung
© WHO, 2005

Mögliche Impfungen gegen Malaria

Eine Impfung gibt es noch nicht. Reisende in Malaria-Gebiete sollten sich bei ihrem Arzt oder in einem Tropeninstitut über die für sie geeigneten medikamentösen Möglichkeiten informieren: Für eine eher kurze Urlaubsreise kommt eine sogenannte Chemoprophylaxe infrage, mit einem Medikament, das während der Reise und für einige Zeit vor- und nachher eingenommen wird. Alternativ dazu gibt es auch die Möglichkeit, ein Medikament für eine „Stand-by-Therapie“ auf die Reise mitzunehmen, das bei den ersten Anzeichen einer Malariaerkrankung eingenommen wird.

Vorsorge

Um nicht infiziert zu werden, sollte man neben der Chemoprophylaxe für geeigneten Mückenschutz sorgen. Dazu zählt passende Kleidung, beispielsweise lange Hosen und Hemden, sowie Anti-Mückenmittel (Repellentien). Ein Moskitonetz über dem Bett sollte ebenfalls dazugehören.

Aktuelle Hinweise zu Krankheiten im jeweiligen Reiseland gibt das Auswärtige Amt. Autoren und Quellen
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