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Genitalherpes in der Schwangerschaft



Genitalherpes ist eine äußerst unangenehme Erkrankung, die zu den Geschlechtskrankheiten zählt, weil sie in den meisten Fällen durch sexuellen Kontakt übertragen wird.

Ursachen von Genitalherpes in der Schwangerschaft

In der überwiegenden Mehrheit der Fälle geht Genitalherpes auf eine Ansteckung mit einem speziellen Virus (Herpes-simplex-Virus Typ 2) zurück. Der Erreger des Lippenherpes (Herpes-simplex-Virus Typ 1) ist nur selten die Ursache. Um herauszufinden, um welchen Viren-Typ es sich handelt, wird ein kleiner Tropfen der glasigen Bläschenflüssigkeit im Labor untersucht, wo man dann mithilfe einer DNA-Analyse den Erreger identifizieren kann.

Die Ansteckung kann übrigens schon viele Jahre zurückliegen. Das Virus, beziehungsweise sein Erbgut, setzt sich in den Nervenknoten fest und kann dort Jahre oder Jahrzehnte verweilen, ohne dass das Immunsystem es findet und angreift. Wenn die Abwehr geschwächt ist – aber auch in der Schwangerschaft aufgrund der Hormonschwankungen – kann das Virus reaktiviert werden und Tausende neuer Viren bilden, die dann zu den sichtbaren Krankheitszeichen im Genitalbereich führen.

Zu einer Ansteckung mit dem Virus kommt es in erster Linie durch Geschlechtsverkehr, aber auch andere Übertragungsmöglichkeiten, etwa eine Tröpfchen- oder eine Schmierinfektion, sind nicht ausgeschlossen.

Symptome von Genitalherpes

Das deutlichste Zeichen für eine Infektion mit Genitalherpes sind schmerzhafte kleine Bläschen im äußeren Genitalbereich. Sie stehen oft in kleinen Gruppen zusammen und jucken immer stark. Die Bläschen sind mit virenhaltiger Flüssigkeit gefüllt, so dass hohe Ansteckungsgefahr besteht, wenn die Bläschenhaut reißt oder aufplatzt.

Hinzu kommt oft ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit, wie man es von Erkältungskrankheiten kennt. Bei ausgedehntem Befall können auch die Lymphknoten in den Leisten geschwollen sein.

Wenn die werdende Mutter nicht zum ersten Mal an Genitalherpes erkrankt, besteht in der Schwangerschaft gewöhnlich keine Gefahr für das Ungeborene, wenn die Bläschen wieder ausbrechen. Das Immunsystem der Mutter hat bereits so viele Antikörper gegen das Virus gebildet, dass dieses dem Kind meist nichts anhaben kann. Tritt Genitalherpes jedoch zum ersten Mal um den Geburtstermin herum auf, muss per Kaiserschnitt entbunden werden, damit das Baby sich nicht ansteckt.

Therapie eines Genitalherpes in der Schwangerschaft

Schwangere sollten bei ersten Anzeichen für Genitalherpes zum Arzt gehen, damit die Erkrankung rasch behandelt wird. Dasselbe gilt für ihre Partner. Wenn vor der Schwangerschaft einer der beiden schon einmal Genitalherpes hatte, sollte der Arzt darüber informiert werden, wenn ein Kinderwunsch besteht oder sobald ein Kind unterwegs ist.

Der Genitalherpes-Virus kann im Organismus nicht abgetötet werden, sondern bleibt dort ein Leben lang. Die Bläschen werden nach dem Ausmaß des Befalls behandelt. Treten nur ein paar Bläschen in einem begrenzten Bereich der äußeren Genitalien auf, sieht man meist von einer medikamentösen Therapie ab. Bei ausgedehnterem Befall wird Aciclovir eingesetzt, das die Vermehrung des Virus hemmt. Aciclovir kann als Creme äußerlich aufgetragen, als Tablette eingenommen oder – in schweren Fällen – als Injektion gegeben werden. Der Partner muss immer mitbehandelt werden, damit es nicht gleich wieder zu einer Ansteckung kommt.

Bei Genitalherpes sollte man jede weitere Belastung des Immunsystems vermeiden – kein Stress, keine körperliche Belastung, keine Sonnenbäder. Dafür viel Ruhe und eine leichte, vitaminreiche Kost, die auch den Darm schont. Je besser die allgemeine Verfassung ist, umso leichter verläuft die Erkrankung. Bei der Hygiene sollte man besonders sorgfältig sein: nach der Blasen- oder Darmentleerung lauwarm abwaschen und mit einem Papiertuch trocken tupfen. Auf Geschlechtsverkehr sollte verzichtet werden, bis der Arzt grünes Licht gibt.

Genitalherpes vorbeugen

Zur Vorbeugung der Übertragung des Virus empfiehlt es sich, beim Geschlechtsverkehr immer Kondome zu benutzen. Bislang haben wissenschaftliche Untersuchungen noch keinen Beweis für die möglicherweise positive Wirkung der Aminosäure Lysin gefunden. Sie ist in Birnen, Trauben und Aprikosen, in grünem Gemüse, Petersilie und Sellerie, aber auch in Soja- und Alfalfasprossen enthalten. Aber eine Versorgung mit diesen gesunden Lebensmitteln kann in keinem Fall schaden.
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