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descriptionZecke
Sie stechen, saugen und infizieren dabei ihr Opfer mit gefährlichen Viren und Bakterien: Zecken können Hirnhautentzündung und Borreliose übertragen.
descriptionZecke in der Haut
Den Zecken keine Chance lassen mit geeigneter Kleidung und Insektenschutzmittel: In Risikogebieten schützt zusätzlich die FSME-Impfung.
descriptionFläschchen mit Impfstoff
Sie beginnt wie eine Grippe und kann später das Gehirn angreifen. Gegen FSME gibt es keine speziellen Medikamente, aber eine Impfung schützt.
descriptionPetrischalen
Haut, Gelenke, Nerven und Herz sind Hauptangriffsziele der Borreliose. Eine konsequente Therapie mit Antibiotika verhindert gefährliche Spätfolgen.
descriptionGrafik: Europakarte
In bestimmten Risikogebieten ist die Gefahr einer FSME-Infektion durch einen Zeckenstich besonders hoch, Borreliose lauert fast überall: eine Übersicht.
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Zecken – Parasiten mit Biss

Zecken fallen von Bäumen und beißen sofort zu. Das ist falsch. Diese und viele weitere Fehlinformationen über die gefährlichen Blutsauger führen dazu, dass es so viele Zeckenopfer gibt – obwohl wirksamer Schutz eigentlich gar nicht so schwer ist. Der ist zunehmend wichtig, weil im Zuge der Klimaerwärmung die Spinnentiere sich auch in unseren Breitengraden immer weiter ausbreiten und vermehren.

Im Überblick



Gefahr durch Zecken – ein harmloser Stich kann ernste Folgen haben

Es ist erstaunlich, wie so ein kleines Tier solch große Abneigung hervorrufen kann. Vielleicht liegt es an den acht Beinen, die die Verwandtschaft mit den Spinnen gleich deutlich macht, oder am Beißwerkzeug und dem Saugrüssel, mit dem das Insekt nach Blut bohrt. Die Furcht vor dem Tierchen wird jedoch durch eine Tatsache rechtfertigt: Zecken können lebensgefährliche Krankheiten wie die Lyme-Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auf den Mensch übertragen.
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Zecken haben den richtigen Riecher für vorbeilaufende Beute

Wer im Frühjahr die erste Wanderung durch Wald und Wiesen unternimmt, sollte trotz der sommerlichen guten Laune nicht die Gefahren vergessen, die auf Gräsern und Sträuchern lauern. Denn dort sitzen hungrige Zecken und warten nur darauf, dass sich ein geeigneter Wirt nähert, der ihnen die nötige Blutmahlzeit beschert. Dabei reicht der Zecke beim Kontakt schon der Bruchteil einer Sekunde, um die Gelegenheit für eine Mahlzeit beim Schopf zu packen und sich von Halm oder Stängel abstreifen zu lassen und auf der Haut von Mensch und Tier niederzulassen. Es ist also ein Irrtum zu glauben, Hüte könnten vor herabfallenden Zecken schützen, da die Tiere sich gar nicht fallen lassen. Den nahenden Nahrungslieferanten spüren die Zecken unter anderem durch Erschütterung und Helligkeitsabnahme. Und mit dem Hallerschen Organ an den Vorderbeinen können sie ihre Opfer auch riechen.
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Das Leben einer Zecke

Zecken haben drei verschiedene Entwicklungsstadien, in denen sie jeweils einmal Blut saugen müssen:

Die Larve, die Nymphe und die ausgewachsene (adulte) Zecke. Aus den Eiern, die das Weibchen im Boden abgelegt hat, schlüpfen zunächst Larven, die sich an kleinen Säugetieren wie Igel oder Hasen festsaugen. Sind sie satt, lassen sie sich fallen und häuten sich zu den sogenannten Nymphen. Diese Tierchen überwintern im Erdreich, um im Frühling wieder hervorzukommen und sich ein neues Opfer zu suchen. Danach wird aus der satten Nymphe die ausgewachsene Zecke, die sich wiederum einen Wirt sucht. Es kann durchaus Monate dauern, bis der Parasit einen passenden Wirt findet. Nach dieser Blutmahlzeit – bei der die Weibchen bis um das 200-fache an Gewicht zulegen können – legen die Weibchen bis zu 3000 Eier. Die Männchen sterben.
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Zecken können FSME und Borreliose übertragen

Die bekanntesten von Zecken übertragenen Krankheiten sind die Borreliose und die FSME. Letztere kommt in Deutschland hauptsächlich in den südlichen Regionen vor, während die Borreliose in ganz Deutschland verbreitet ist. Die FSME-Viren werden mit dem Speichel der Parasiten – gleich beim ersten Zustechen – übertragen. Mit dem Erreger der Borreliose dagegen infiziert man sich erst innerhalb von 24 Stunden nach der Blutsauger-Attacke, da sich die Bakterien im Darm der Zecke befinden. Das ist auch der Grund, weshalb Zecken so schnell wie möglich entfernt werden sollten: um bei einem Stich von einer infizierten Zecke die Menge an übertragenen Krankheitserregern so gering wie möglich zu halten. Dabei sollte weder gedreht noch gedrückt, kein Klebstoff oder Öl verwendet werden. Am besten wird die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenzange so dicht wie möglich über der Haut gepackt und dann vorsichtig gerade aus der Haut herausgezogen.
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Immer mehr Zecken-Infektionen

Die milden Winter der vergangenen Jahre wirken sich auch auf die Zecken aus: Viele von ihnen sterben in den Wintermonaten nicht mehr. Die Zahl der Parasiten nimmt zu – und damit auch die Gefahr, sich mit der Frühsommer-Hirnhautentzündung, kurz FSME,oder Borreliose anzustecken.
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FSME-Impfung in Risikogebieten dringend empfohlen

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist die Zahl der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündungen in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Um die Gefahr einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung abzuwenden, sollten Sie sich gegen FSME impfen lassen. Das gilt in besonderem Maße, wenn Sie in einem FSME-Risikogebiet leben oder eine Reise dorthin planen. Bedenken Sie, dass es mindestens drei Wochen dauert, bis der Impfschutz wirksam wird.
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Zecken schnell entfernen

Gegen die andere von Zecken übertragene Krankheit, die Borreliose, gibt es keine Impfung. Es ist deshalb wichtig, Zeckenstiche durch schützende Kleidung zu vermeiden. Sollte doch einmal eine Zecke zugestochen haben, gilt es, sie so schnell wie möglich zu entfernen.
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Schnelle Entfernung der Zecke schützt vor Infektion

Ist eine Zecke mit Borrelien-Bakterien oder FSME-Viren infiziert, kann sie die Erreger auf den Menschen übertragen. Je länger die Zecke in der Haut steckt und Blut saugt, desto größer ist das Ansteckungsrisiko. Es ist deshalb wichtig, Zecken schnell zu entfernen.
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Jährlich bis zu 100.000 neue Borreliose-Fälle

Am häufigsten übertragen Zecken in Mitteleuropa die Lyme-Borreliose. „Lyme" heißt diese Art der Borreliose, weil sie im amerikanischen Ort Lyme in den 70er Jahren erstmals beschrieben wurde.

Etwa zehn bis 35 Prozent der Zecken sind mit Borrelien befallen. Der Erreger der Borreliose ist meistens die Borrelia burgdorferi, eine erst 1982 entdeckte Bakterienart. In Deutschland gibt es schätzungsweise jährlich 60.000 bis 100.000 neue Borreliose-Fälle. Nach einem Zeckenstich ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei eineinhalb bis sechs Prozent der Betroffenen mit einer Borrelien-Infektion zu rechnen, die aber nicht immer zu Beschwerden führt.
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FSME-Risiko nur in bestimmten Regionen

Bei der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) handelt es sich um eine durch ein Virus hervorgerufene Hirnhautentzündung. Allerdings führt nicht jeder Stich einer infizierten Zecke automatisch zu einer FSME und nur 30 Prozent der Infizierten zeigen überhaupt Symptome.
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Zwei Wanderer in einer Wiese
© Shutterstock
Schutz vor Zecken: Beim Wandern sollten vor allem die Beine vollständig bedeckt sein.
Zecke auf einem Wattestäbchen
© Shutterstock
Nur einige Millimeter groß: Trotzdem kann die Zecke der Überträger gefährlicher Erkrankungen sein.

Borrelien unter dem Mikroskop
© DOCMED Medien GmbH
Borrelia burgdorferi: Bis zu 35 Prozent der Zecken tragen die Erreger der Borreliose in sich.
Grafik: Zeckenentfernung
© Shutterstock
Keine Zeit verlieren: Einmal entdeckt, sollte die Zecke so schnell wie möglich, andererseits sehr vorsichtig, entfernt werden.